Der Innenarchitekt

Aufräumen mit einem Missverständnis

Kennen Sie auch solche Sätze wie aus schlechten Filmen:
  • "Diese extravagante Tapete und die barocken Vorhänge hat unser Innenarchitekt für uns ausgesucht."
  • "Diesen original Louis XIV - Sekretär hat mir mein Innenarchitekt besorgt." oder
  • "Wir haben unser Bad vom Innenarchitekten komplett in Marmor auskleiden lassen - dazu vergoldete Armaturen"? 
Solche Aussagen sind natürlich kompletter Blödsinn und vermitteln ein Bild vom Innenarchitekten als abgehobenem, mit zweifelhaftem Geschmack ausgestatteten Dandy, der eine affektierte und exzentrische Kundschaft schlecht berät und sich nur an ihr bereichern will.

Vergessen Sie dieses Bild vom Innenarchitekten!!!

Der Innenarchitekt ist - wie der Name schon preisgibt - ein Architekt und erbringt grundsätzlich auch die gleichen Leistungen. Der etwas in die Irre führende Begriff "Innen-architekt" sagt nur aus, dass die Architektenleistungen schwerpunktmässig im Gebäudebestand erbracht werden. Demzufolge müsste er also eigentlich "Architekt im Gebäudebestand" heissen. Das hört sich aber nicht so geschliffen an wie Innenarchitekt.

Der Innenarchitekt errichtet also in der Regel keine reinen Neubauten, sondern setzt sich mit Alt- bzw. Bestandsbauten auseinander. Dies tut er aber immer mit einem architektonischen Blick fürs Ganze. Das kann auch schon einmal Komplettentkernungen, Anbauten bzw. Erweiterungen und Aufstockungen von Gebäuden beinhalten.

Die Wohnungseinrichtung, Material- und Farbkonzepte sind dann das Tüpfelchen auf dem i (-nnenarchitekt).